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Market Trends

Vier große Sorgen für Anleger, während Aktien Rekordhöhen erreichen

Während US-Aktien und globale Märkte Allzeithochs erreichen, steigt auch die Anlegerangst. Denn wenn die Märkte steigen, wächst die Furcht vor Verlusten.

Marcus Thorne
Marcus Thorne
Chief Market Strategist
Vier große Sorgen für Anleger, während Aktien Rekordhöhen erreichen

Ken Fisher (Ken Fisher ist Gründer und Executive Chairman von Fisher Investments) hat kürzlich vier der häufigsten Bedenken von Anlegern dargelegt – und erklärt, warum einige weniger dringlich sein könnten, als sie erscheinen.

1. Brauchen Aktien jetzt Zinssenkungen der Fed?

Der nächste Schritt der Federal Reserve steht immer im Fokus. Einige argumentieren, dass Wirtschaft und Märkte sofortige Zinssenkungen benötigen. Senkungen können die Zinskurve – die Differenz zwischen kurzfristigen und langfristigen Zinsen – steiler machen und die Kreditvergabe der Banken fördern. Diese Dynamik hat Europa und anderen Märkten geholfen, die USA dieses Jahr zu übertreffen.

Doch Fisher weist darauf hin, dass Amerika möglicherweise nicht verzweifelt auf Senkungen angewiesen ist. Die US-Zinskurve hat sich bereits von invers zu flach entwickelt, und das Kreditwachstum hat sich von 2,8 % Ende 2024 auf jetzt 4,5 % beschleunigt. Während Senkungen langfristige Zinsen wie Hypotheken senken könnten, zeigt die Geschichte, dass langfristige Zinsen von globalen Märkten und nicht von kurzfristigen Fed-Anpassungen bestimmt werden.

2. Ist Reshoring ein Wendepunkt für Industrieaktien?

Die Diskussion über eine Rückverlagerung der Produktion – Reshoring in die USA – hat Spekulationen über Industrieaktien befeuert. Doch Fisher warnt, dass der Produktionsstandort nicht automatisch in Gewinne umgesetzt wird. Reshoring geht oft mit hohen Anfangskosten einher, von strengeren Umweltvorschriften bis zu langwierigen Genehmigungsverfahren.

Selbst wenn Reshoring an Fahrt gewinnt, ist es eine langfristige Geschichte. Der Bau von Fabriken, die Bewältigung von Klagen und der Widerstand vor Ort können Jahre dauern – weit über den typischen Fokuszeitraum der Märkte von 3 bis 30 Monaten hinaus. Derzeit erscheint eine Wette auf Reshoring als kurzfristiger Treiber spekulativ.

3. Können wir den Arbeitsmarktdaten vertrauen?

Monatliche Arbeitsmarktberichte werden genau beobachtet, doch Fisher argumentiert, dass sie zunehmend unzuverlässig sind. Die Antwortraten auf staatliche Umfragen sinken weltweit, was zu häufigen Revisionen führt. Daten aus dem Privatsektor können zur Überprüfung beitragen, doch das größere Problem ist, dass Arbeitsplätze ein verzögert wirkender Indikator sind.

Märkte bewerten wirtschaftliche Realitäten meist, bevor Arbeitsmarktdaten sie bestätigen. Das bedeutet, dass Anleger nicht überreagieren sollten, wenn ein oder zwei Monate verrauschte Zahlen liefern. Wie Fisher es ausdrückt, sind Arbeitsmarktdaten „zu wackelig“, um solide Anlageentscheidungen darauf zu basieren.

4. Bedroht Trumps OBBBA die Sozialversicherung?

Präsident Donald Trumps „One Big Beautiful Bill Act (OBBBA)“ hat Bedenken hinsichtlich der Finanzierung der Sozialversicherung geweckt. Der Plan beinhaltet einen SSA-Steuerabzug von 4.000 US-Dollar, der nach Schätzungen der Sozialversicherungsbehörde die Einnahmen des Treuhandfonds in den nächsten zehn Jahren um 169 Milliarden US-Dollar reduzieren könnte. Das würde das prognostizierte Insolvenzdatum lediglich um ein Quartal vorverlegen, von Q3 2034 auf Q1 2034.

Doch „Insolvenz“ bedeutet nicht Bankrott. Selbst ohne Änderungen würden Lohnsteuern 70 % bis 80 % der Leistungen bis 2100 decken. Der Abzug selbst ist temporär und läuft 2028 aus, was nur etwa 4 % der SSA-Einnahmen entspricht. Politiker haben auch starke Anreize, die Sozialversicherung intakt zu halten, sodass drastische Kürzungen unwahrscheinlich sind.

Das Fazit

Von der Fed-Politik bis zur Sozialversicherung – Anlegern mangelt es nicht an Sorgen. Doch Fisher argumentiert, dass diese Ängste die klassische „Mauer der Sorgen“ bilden, die oft Bullenmärkte stützt. Während Risiken real sind, tendieren Märkte dazu, zu steigen, während Anleger mit Unsicherheiten kämpfen – eine Erinnerung daran, dass nicht jede Schlagzeilenangst gleiches Gewicht in Portfoliounternehmen verdient.

Haftungsausschluss: Daten und Insights von 13radar.com dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.

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