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Market Trends

200 Milliarden Dollar KI-Schulden wecken Bedenken über systemische Risiken

US-Unternehmen haben in diesem Jahr über 200 Milliarden Dollar an KI-bezogenen Schulden emittiert, angeführt von Meta, Alphabet und Oracle. Analysten warnen, dass der Anleiheboom die Kreditmärkte verzerren und systemische Risiken schaffen könnte, wenn der KI-Hype nachlässt.

Julian Bennett
Julian Bennett
Director of Financial Planning
200 Milliarden Dollar KI-Schulden wecken Bedenken über systemische Risiken

Der KI-Boom gestaltet nicht nur die Technologie neu – er schreibt auch die Regeln der Unternehmensfinanzierung um. US-Unternehmen haben in diesem Jahr mehr als 200 Milliarden Dollar an KI-bezogenen Schulden emittiert, eine Rekordwelle von Anleiheemissionen, die nach Ansicht von Analysten systemische Risiken schaffen könnte, wenn der Hype ungebremst weitergeht.

Eine schuldenfinanzierte KI-Expansion

Laut Goldman Sachs haben Unternehmen wie Meta (META-US), Alphabet (GOOGL-US) und Oracle (ORCL-US) im Jahr 2025 bereits etwa 180 Milliarden Dollar über den Anleihemarkt aufgenommen. Meta allein kündigte letzte Woche eine weitere Anleiheemission von 30 Milliarden Dollar an, die auf überwältigende Nachfrage stieß – die Zeichnungen sollen bei 125 Milliarden Dollar gelegen haben, das größte Orderbuch aller Zeiten für eine US-Unternehmensanleihe.

Die Emission von Oracle im September war ebenfalls überzeichnet, was das Anlegerinteresse an hoch bewerteten Technologieanleihen unterstreicht. Zusammen machen KI-bezogene Anleihen inzwischen mehr als ein Viertel des gesamten US-Unternehmensanleiheangebots in diesem Jahr aus.

Marktverzerrungen zeichnen sich ab

Diese Konzentration lässt aufhorchen. Gordon Shannon von TwentyFour Asset Management wies darauf hin, dass die Flut an KI-Schulden die Anlegernachfrage von anderen Emittenten ablenkt und möglicherweise kleinere Unternehmen verdrängt.

Gil Luria von DA Davidson fügte hinzu, dass die aktuellen KI-Anleihepreise zwar nicht überhöht seien, das schiere Ausmaß des Finanzierungsbedarfs – Hunderte Milliarden weitere in der Pipeline – jedoch problematisch werden könnte, wenn sich die finanzierten Vermögenswerte als renditeschwach oder schnell abwertend erweisen.

Investitionsausgaben steigen weiter

Die Schuldenflut spiegelt den intensiven Investitionszyklus wider, der im KI-Bereich im Gange ist. Meta hat bereits angekündigt, dass seine Investitionsausgaben für 2026 deutlich höher ausfallen werden als 2025, da es riesige Rechenzentren und Energieinfrastruktur aufbaut.

Ein Barclays-Bericht warnte, dass diese Finanzierungswelle „die Marktstruktur kurzfristig neu gestalten“ könnte, wobei KI-bezogene Emissionen das Unternehmensanleiheangebot dominieren. Analysten warnten, dass der „Damm brechen“ könnte und eine Flut von Schulden freisetzen würde, die die Märkte möglicherweise nicht absorbieren können.

Liquiditätsillusion und Konzentrationsrisiko

Der Anstieg hat auch geschaffen, was einige als „Liquiditätsillusion“ bezeichnen. Da Kapital noch reichlich fließt, sieht die Nachfrage nach KI-Anleihen stark aus. Aber wenn der KI-Boom nachlässt, könnte die Liquidität schnell versiegen und Anleger exponiert zurücklassen.

Fraser Lundie von Aviva Investors sagte, die Schuldenflut zwinge Anleihegläubiger, sich dieselbe Frage zu stellen wie Aktienanleger: Sind KI-Investitionen langfristig nachhaltig? Die Konzentration der Schulden auf eine Handvoll Technologieriesen erhöht auch die Empfindlichkeit des Investment-Grade-Marktes gegenüber Zinsänderungen.

Jason Borbora-Sheen von Ninety One warnte, dass der Markt das Angebot derzeit zwar absorbieren könne, die Bewertungen jedoch „erheblichen Herausforderungen“ gegenüberstehen könnten, wenn die Stimmung umschlägt.

Das größere Risiko

Einige Fondsmanager befürchten, dass das Risiko von faulen Krediten steigen wird, wenn die KI-Finanzierung zunehmend auf Kapitalmärkte statt auf Cashflow angewiesen ist. Kevin Thozet von Carmignac wies darauf hin, dass ein Teil der Schulden über private Kanäle aufgenommen wird, was sie weniger transparent und schwerer zu überwachen macht.

Das Fazit

Derzeit sind Anleger gerne bereit, die KI-Revolution zu finanzieren. Aber angesichts von 200 Milliarden Dollar an in diesem Jahr bereits emittierten Schulden und weiteren in der Pipeline stellt sich die Frage, ob dieser Finanzierungsrausch die Zukunft aufbaut – oder den Grundstein für die nächste Kreditklemme legt.

Haftungsausschluss: Daten und Insights von 13radar.com dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.

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