Die Wall-Street-Investmentbank Jefferies hat ein neues Fair-Value-Ziel von 7.500 Punkten für den S&P 500 bis Ende 2026 ausgegeben, was ein Aufwärtspotenzial von etwa 9 % gegenüber dem aktuellen Niveau impliziert. Diese Prognose stützt sich auf die Erwartung eines robusten Gewinnwachstums der Unternehmen und die anhaltende Stärke von Aktien im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz (KI).
Die Prognose
Desh Peramunetilleke, Leiter der quantitativen Strategie bei Jefferies, sagte in einem Research-Report:
„Wir prognostizieren, dass der S&P 500 noch ein Aufwärtspotenzial von etwa 9 % hat, mit einem Ziel von 7.500 Punkten bis 2026.“
Die Projektion basiert auf einem geschätzten Gewinn je Aktie (EPS) von 340 US-Dollar für 2027, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 13 % und einem zukunftsgerichteten KGV-Multiplikator (Kurs-Gewinn-Verhältnis) von 22 entspricht.
In ihrem optimistischen Szenario sieht Jefferies den Index bei 8.100 Punkten. In einem pessimistischen Fall könnte er auf 5.400 Punkte fallen.
Warum Jefferies optimistisch ist
Das Unternehmen argumentiert, dass der heutige KI-Investitionszyklus im Gegensatz zur Dotcom-Blase von echter Profitabilität getragen wird. Selbst wenn die Volatilität zunimmt, ist Jefferies überzeugt, dass die Fundamentaldaten weitere Gewinne stützen.
Zu den Haupttreibern gehören:
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Zweistelliges EPS-Wachstum bis 2027
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Stabile Gewinnmargen, selbst wenn das Umsatzwachstum nachlässt
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Starke Performance von KI-bezogenen Branchen
Die Bank favorisiert „Star-Unternehmen mit hoher Kapitalrendite (ROIC), angemessen bewertete Wachstumsaktien und thematische Investments“, die mit langfristigen strukturellen Trends übereinstimmen.
Sektorpräferenzen
Die Sektoraussichten von Jefferies sind differenziert:
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Übergewichten: Kommunikationsdienste, Finanzwerte, Basiskonsumgüter
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Neutral: Technologie, Industrie
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Untergewichten: Energie, Rohstoffe, zyklische Konsumgüter
Die Strategie spiegelt eine Ausrichtung auf wachstumsorientierte Branchen wider, während Bereiche gemieden werden, die anfällig für konjunkturelle Schwankungen sind.
KI-Ausgaben haben noch Luft nach oben
Peramunetilleke betonte, dass der KI-Boom noch lange nicht vorbei ist. Er verglich den aktuellen Zyklus mit einem Baseballspiel:
„Wir befinden uns erst in der vierten Inning.“
Jefferies erwartet, dass die KI-bezogenen Investitionsausgaben (CapEx) bis 2026 zunehmen werden, wobei die Fremdfinanzierung eine größere Rolle spielen wird. Das könnte die Laufzeit für Wachstumsaktien verlängern, die historisch gesehen in Hausse-Märkten eine Überrendite erzielen.
Derzeit notieren Wachstumsaktien laut dem Bericht etwa 10 % unter ihren Fünf-Jahres-KGV-Höchstständen, was sie relativ attraktiv macht.
Risiken am Horizont
Natürlich bestehen weiterhin Risiken. Marktbeobachter sorgen sich um:
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Eine mögliche KI-bedingte Korrektur, wenn die Ausgaben die Erträge übersteigen
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Geopolitische Spannungen und Handelsstreitigkeiten
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Die Möglichkeit einer Margenkompression, sollte die Inflation wieder aufflammen
Dennoch hält Jefferies an der Ansicht fest, dass der Aufwärtstrend intakt ist, gestützt durch die Gewinnstärke und eine disziplinierte Kapitalallokation.
Das Fazit
Das 7.500-Punkte-Ziel von Jefferies für den S&P 500 bis 2026 spiegelt das Vertrauen in Gewinnwachstum, KI-Dynamik und Unternehmen mit hoher Kapitalrendite (ROIC) wider. Auch wenn Volatilität unvermeidlich ist, argumentiert das Unternehmen, dass der heutige Aufschwung auf stabileren Fundamenten aufbaut als vergangene Blasen.
Während die Quartalszahlen der Tech-Giganten veröffentlicht werden, werden Anleger bald ein klareres Bild davon erhalten, ob der Markt weiter steigen kann – oder ob die nächste Inning eine Verlangsamung bringt.