Michael Burry, der Hedgefonds-Manager, der durch The Big Short für seine Wetten gegen den Subprime-Hypothekenmarkt berühmt wurde, schlägt erneut Alarm. Diesmal richtet sich sein Fokus auf den KI-getriebenen Aktienmarktboom, der sich seiner Ansicht nach zu einer Blase aufblähen könnte.
Auf der Social-Media-Plattform X zitierte Burry eine Zeile aus dem Film WarGames von 1983: „Manchmal sehen wir Blasen. Manchmal können wir etwas bewirken. Manchmal ist der einzige Weg zu gewinnen, nicht teilzunehmen.“ Der kryptische Beitrag deutet auf eine defensivere Haltung hin, selbst während die Wall Street weiterhin von der KI-Erzählung fasziniert ist.
Tech-Ergebnisse verdeutlichen Marktempfindlichkeit
Die Warnung kommt während einer volatilen Ergebniswoche für Big Tech. Meta und Microsoft veröffentlichten beide Zahlen, die hinter den Erwartungen zurückblieben und die Märkte am Donnerstag nach unten zogen. Am Freitag folgte eine Erholung, nachdem Amazon und Apple bessere Zahlen vorlegten. Diese abrupten Schwankungen unterstreichen, wie empfindlich die Märkte auf jede Veränderung im KI-Investment-Narrativ reagieren – selbst kleinere Enttäuschungen können überproportionale Bewegungen auslösen.
Burrys Handelshistorie
Während Burry vor allem für seine Leerverkäufe am Immobilienmarkt vor der Finanzkrise 2008 bekannt ist, zeigen Einreichungen, dass er im vergangenen Jahr überwiegend Long-Positionen gehalten hat.
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Im Q1 kaufte er Put-Optionen gegen chinesische Tech-Titel wie Alibaba, Baidu und JD.com und setzte gleichzeitig gegen Nvidia.
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Bis zum Q2, nachdem sich der Nvidia-Aktienkurs verdoppelt hatte, schloss Burry diese Short-Positionen und wechselte zu bullischen Positionen in Tech- und Gesundheitswerten.
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Investoren warten nun auf seine nächste 13F-Einreichung, die in etwa zwei Wochen fällig ist, um zu sehen, ob seine jüngsten Kommentare in ein defensiveres Portfolio münden.
KI-Ausgaben und Finanzierungsrisiken
Burrys Warnung kommt auch zu einem Zeitpunkt, zu dem Big Tech seine Investitionsausgaben auf unkonventionelle Weise erhöht. Traditionell wurden KI-Investitionen mit Bargeld finanziert. Doch Meta beschaffte kürzlich 27,3 Milliarden US-Dollar für den Bau seines Hyperion-Rechenzentrums in Louisiana, wobei eine Special Purpose Vehicle (SPV)-Struktur verwendet wurde, die Verbindlichkeiten außerhalb der Bilanz hielt.
Während dieser Schritt die Kreditwürdigkeit von Meta erhält, warnen Analysten, dass SPVs, sollten sie zur Norm für KI-Finanzierungen werden, die Verschuldung verschleiern und das systemische Risiko erhöhen könnten. Berichten zufolge bereitet Meta die Aufnahme weiterer 25 Milliarden US-Dollar in Anleihen vor, wobei die Einreichungen bereits bei der SEC eingereicht wurden.
Eine vertraute Warnung
Burrys jüngste Äußerungen spiegeln seinen Ruf als Contrarian wider. Sein poetischer Verweis auf WarGames stellt den heutigen Markt als ein hochriskantes Patt dar: Investoren strömen in KI-bezogene Geschäfte, doch Risiken – von intransparenten Finanzierungen bis hin zu überzogenen Bewertungen – bauen sich unter der Oberfläche auf.
Ob sich seine Warnung als weitsichtig erweist, bleibt abzuwarten. Derzeit reiten die Märkte weiter auf der KI-Welle, doch Burrys Botschaft ist klar: Manchmal ist der klügste Zug, sich zurückzuziehen.