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Market Trends

Ken Griffin warnt vor noch bevorstehender zollgetriebener Inflation und fordert Unabhängigkeit der Fed

Ken Griffin, Milliardär und Gründer sowie CEO von Citadel, warnt Anleger davor, dass die volle inflationsfördernde Wirkung der US-Zölle noch bevorsteht – und dass die Federal Reserve unabhängig agieren können sollte.

Cassandra Hayes
Cassandra Hayes
Lead Technology Sector Analyst
Ken Griffin warnt vor noch bevorstehender zollgetriebener Inflation und fordert Unabhängigkeit der Fed

Zölle durchdringen die Wirtschaft noch immer

In CNBCs Money Movers sagte Griffin, dass erst etwa die Hälfte der inflationsfördernden Wirkung der Zölle von Präsident Donald Trump auf US-Handelspartner die Wirtschaft durchdrungen habe. Das bedeutet, dass Verbraucher in den kommenden Monaten weiterhin mit höheren Preisen rechnen müssen.

"Der Inflationsimpuls durch Zölle ist derzeit erst zu etwa 50 % in der Wirtschaft angekommen. Er steht noch bevor," sagte Griffin. "Der Verbraucher wird zahlen.... Ich würde nicht unterschätzen, wie belastend eine Inflationsrate von 3 % für zig Millionen amerikanischer Haushalte sein könnte."

Zölle erhöhen die Kosten importierter Waren, und diese Kosten werden oft an die Verbraucher weitergegeben. Griffin schätzt, dass die Inflation 2026 voraussichtlich im Bereich von 2,5 % bis 3 % bleiben wird, also über dem langfristigen Ziel der Fed von 2 %.

Zinssenkungen: Eine weitere, vielleicht zwei

Die Fed genehmigte letzte Woche ihre erste Zinssenkung 2025 mit Verweis auf ein verlangsamtes Beschäftigungswachstum und signalisierte, dass zwei weitere Senkungen in diesem Jahr folgen könnten. Doch Griffin ist skeptisch. Er erwartet nur eine weitere Senkung um einen Viertelprozentpunkt, mit geringer Chance auf eine dritte.

Diese vorsichtige Prognose spiegelt den Balanceakt der Fed wider: schwächeres Beschäftigungswachstum auf der einen und hartnäckige Inflation auf der anderen Seite. Das Doppelmandat der Zentralbank – Preisstabilität und maximale Beschäftigung – wird auf die Probe gestellt.

Unabhängigkeit unter Druck

Griffin äußerte sich auch zum wachsenden politischen Druck auf die Fed. Trump hat die Zentralbank wiederholt dafür kritisiert, die Zinsen nicht aggressiver zu senken, und Fed-Chef Jerome Powell den Spitznamen "Zu spät Powell" gegeben. Der Präsident hat auch versucht, Fed-Gouverneurin Lisa Cook zu entlassen und Berater Stephen Miran ernannt, was Fragen zur traditionellen Unabhängigkeit der Fed aufwirft.

Griffin argumentierte, dass die Aufrechterhaltung sowohl der Wahrnehmung als auch der Realität der Unabhängigkeit für die Glaubwürdigkeit der Fed entscheidend sei.

"Wenn ich der Präsident wäre, würde ich die Fed ihre Arbeit machen lassen und ihr so viel wahrgenommene und tatsächliche Unabhängigkeit wie möglich gewähren, weil die Fed oft Entscheidungen treffen muss, die ziemlich schmerzhaft sind," sagte er. "Wenn der Präsident als Kontrolleur der Fed wahrgenommen wird, was passiert dann, wenn diese schmerzhaften Entscheidungen getroffen werden müssen?"

Erkenntnis für Anleger

Für Anleger unterstreichen Griffins Kommentare zwei Hauptrisiken:

  • Zollgetriebene Inflation könnte länger anhalten, als die Märkte erwarten, und die Verbraucherpreise hoch halten.
  • Die Geldpolitik der Fed könnte weniger zinsfreundlich ausfallen, als einige erwarten, wobei in diesem Jahr nur eine moderate Lockerung wahrscheinlich ist.

Gleichzeitig fügt der politische Druck auf die Fed eine weitere Unsicherheitsebene hinzu. Wenn die Unabhängigkeit beeinträchtigt wird, könnten die Märkte das Vertrauen in die Fähigkeit der Zentralbank verlieren, Inflation und Beschäftigung ohne politische Einmischung zu steuern.

Fazit

Ken Griffins Botschaft ist klar: Zölle durchdringen die Wirtschaft noch immer, die Inflation könnte über dem Ziel bleiben, und die Fed sollte in der Lage sein, schwierige Entscheidungen ohne politische Einmischung zu treffen. Für Anleger bedeutet das, sich auf einen geldpolitischen Kurs einzustellen, der bei Zinssenkungen weniger aggressiv sein könnte – und volatiler, falls die Unabhängigkeit der Fed in Frage gestellt wird.

Haftungsausschluss: Daten und Insights von 13radar.com dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.

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