Der Wert übertrifft die Höchststände sowohl der Dotcom-Blase als auch des COVID-19-Bullenmarkts, als das Verhältnis bei etwa 190 % seinen Höhepunkt erreichte.
Was der Buffett-Indikator misst
Der Buffett-Indikator vergleicht den Wilshire 5000 Index – der die gesamte Marktkapitalisierung aller börsennotierten US-Unternehmen abbildet – mit dem US-Bruttonationaleinkommen (BNE). Einfach ausgedrückt, zeigt er, ob der Aktienmarkt schneller wächst als die Wirtschaft selbst.
Buffett warnte 2001 bekanntlich davor, dass Anleger 'mit dem Feuer spielen', wenn das Verhältnis sich 200 % nähert. Nach diesem Maßstab deutet der heutige Wert von 218 % darauf hin, dass die Bewertungen in unerforschtes Terrain vorgedrungen sind.
Tech-Giganten treiben den Anstieg an
Der jüngste Sprung wurde maßgeblich von Mega-Cap-Technologieunternehmen getrieben, die Milliarden in KI-Projekte investiert haben. Die Anlegerbegeisterung für KI hat die Bewertungen auf Rekordhöhen getrieben, wobei die Multiplikatoren deutlich über die historischen Durchschnitte hinausgewachsen sind.
Andere Bewertungskennzahlen senden ähnliche Signale. Laut Bespoke Investment Group erreichte das Kurs-Umsatz-Verhältnis des S&P 500 kürzlich 3,33 und übertraf damit sowohl den Höchststand von 2,27 aus der Dotcom-Ära als auch den Wert von 3,21 aus dem Jahr 2021, bevor die Bewertungen abkühlten.
Ist der Indikator noch relevant?
Einige Analysten argumentieren, dass der Buffett-Indikator in der heutigen Wirtschaft weniger relevant sein könnte. Die USA haben sich von einem vermögensintensiven Industriemodell zu einem Modell gewandelt, das von Technologie, Software und geistigem Eigentum dominiert wird. Traditionelle Maßstäbe wie BIP und BNE könnten den wahren Wert einer datengetriebenen Wirtschaft unterschätzen, was höhere Aktienbewertungen eher rechtfertigt.
Dennoch hat das schiere Ausmaß des aktuellen Werts die Aufmerksamkeit des Marktes erregt. Selbst wenn der Indikator unvollkommen ist, zeigt er, wie weit die Aktienkurse im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft gelaufen sind.
Buffetts eigene Schritte signalisieren Vorsicht
Interessanterweise hat Buffett selbst seit Jahren nicht mehr zum Indikator Stellung genommen. Aber seine Handlungen sprechen möglicherweise lauter als Worte. Berkshire Hathaway (BRK.A, BRK.B) hortet Bargeld und meldete in seinem Q2-2025-Bericht einen Rekordbestand von 344,1 Mrd. USD an liquiden Mitteln. Das Unternehmen war zudem 11 Quartale in Folge ein Nettoverkäufer von Aktien, was darauf hindeutet, dass Buffett die aktuellen Bewertungen skeptisch sieht.
Gleichzeitig bereitet sich Berkshire auf einen Führungswechsel zu Greg Abel vor, was für Anleger, die beobachten, wie sich das Unternehmen in einem überhitzten Markt positioniert, eine weitere Unsicherheitsebene hinzufügt.
Fazit für Anleger
- Der Buffett-Indikator bei 218 % signalisiert Bewertungen, die deutlich über Buffetts eigener 'Gefahrenzone' liegen.
- Tech-Giganten und KI-Investitionen sind die Haupttreiber des Anstiegs.
- Andere Kennzahlen, wie das Kurs-Umsatz-Verhältnis des S&P 500, bestätigen, dass der Markt überdehnt erscheint.
- Buffetts bargeldlastige Haltung deutet auf Vorsicht hin, selbst wenn der Indikator selbst umstritten ist.
Das Wichtigste zum Schluss
Ob der Buffett-Indikator das perfekte Werkzeug für die heutige Wirtschaft ist oder nicht, sein Rekordhoch ist schwer zu ignorieren. In Kombination mit der defensiven Positionierung von Berkshire Hathaway ist die Botschaft für Anleger klar: Die Märkte könnten in überhitzte Gefilde eintreten, und Vorsicht könnte angebracht sein.