Erkenntnisse der Bank of America
Laut Bank of America (BofA) verzeichnete der S&P 500 historisch gesehen im Durchschnitt einen Rückgang von 5 % im Zwei-Wochen-Fenster, das die Woche vor und die Woche nach einem Shutdown umfasst, basierend auf Daten seit 1990. Die Ergebnisse variieren jedoch stark.
Während des 35-tägigen Teils-Shutdowns von Dezember 2018 bis Januar 2019 legte der S&P 500 beispielsweise tatsächlich um 6 % zu. Im Gegensatz dazu fiel der Index im Oktober 1990 während eines dreitägigen Teils-Shutdowns um 5 %.
Hier ist die Aufschlüsselung von BofA zur Marktperformance bei jüngeren Shutdowns:
| Shutdown-Zeitraum | Tage | Art | S&P 500 Nettoveränderung (%) | VIX Nettoveränderung (Punkte) | DXY Nettoveränderung |
10-Jahres-Rendite Nettoveränderung |
| 22.12.18–25.01.19 | 35 | Teilweise | 6 | -8 | -2 | -17 |
| 20.01.18–22.01.18 | 3 | Teilweise | 2 | 4 | -2 | 15 |
| 01.10.13–17.10.13 | 16 | Vollständig | 3 | -1 | -2 | -14 |
| 16.12.95–06.01.96 | 21 | Vollständig | -3 | 4 | 0 | 1 |
| 14.11.95–19.11.95 | 5 | Vollständig | 3 | -1 | 1 | -10 |
| 05.10.90–09.10.90 | 3 | Teilweise | -5 | 3 | -3 | 2 |
| Durchschnitt | — | — | 1 | 0 | -1 | -4 |
Quelle: Bank of America
Shutdowns vs. Schuldenobergrenzen-Krisen
Der BofA-Strategist Mark Cabana teilte Kunden mit, dass die Märkte sich üblicherweise weniger um Shutdowns sorgen als um potenzielle Verstöße gegen die Schuldenobergrenze, die weitaus größere Risiken für die Kreditwürdigkeit der USA bergen. Dennoch warnen einige Analysten, dass der derzeitige schwächere wirtschaftliche Hintergrund einen Shutdown störender machen könnte als in früheren Zyklen.
Trumps Warnung an Behörden
Präsident Donald Trump hat Bundesbehörden angewiesen, sich auf potenzielle Massenentlassungen vorzubereiten, falls die Gesetzgeber nicht rechtzeitig eine Einigung erzielen. Während solche Rhetorik die Unsicherheit erhöht, haben die Märkte die Drohung bisher gelassen aufgenommen.
Worauf Anleger achten sollten
-
Volatilität (VIX): Shutdowns lösen oft kurzfristige Spitzen bei der Volatilität aus, obwohl der Effekt tendenziell schnell verblasst, sobald die Finanzierung wiederhergestellt ist.
-
Staatsanleihen-Renditen: Die 10-Jahres-Rendite ist historisch während Shutdowns gefallen, was eine Flucht in Sicherheit widerspiegelt, obwohl die Bewegungen inkonsistent sind.
-
US-Dollar (DXY): Der Dollar-Index hat sich typischerweise leicht abgeschwächt, aber auch hier variiert die Auswirkung.
-
Aktien: Während die durchschnittliche Bewegung des S&P 500 negativ ist, deutet die große Bandbreite der Ergebnisse darauf hin, dass Shutdowns kein zuverlässiger Indikator für die Aktienperformance sind.
Das Fazit
Die Geschichte legt nahe, dass Regierungs-Shutdowns kurzfristiges Marktrauschen verursachen, anstatt dauerhaften Schaden anzurichten. Anleger könnten einige Unruhe bei Aktien, einen Anstieg der Volatilität und moderate Bewegungen bei Anleihen und dem Dollar erleben. Im Vergleich zu Konfrontationen um die Schuldenobergrenze sind Shutdowns jedoch normalerweise eine Nebensache.
Dennoch könnte es diesmal aufgrund der bereits bestehenden wirtschaftlichen Gegenwinde empfindlicher sein. Derzeit beobachtet die Wall Street Washington genau, gerät aber nicht in Panik – zumindest noch nicht.