Die Illustration zeigte Trump, wie er mit dem Finger auf Powell zeigt und "DU BIST GEFEUERT!" schreit. Powell war dabei dargestellt, wie er vor dem Siegel der Federal Reserve eine Kiste mit persönlichen Gegenständen hält.
Das Bild, das digital illustriert oder KI-generiert zu sein schien, unterstreicht Trumps anhaltende Frustration über Powells vorsichtigen Ansatz bei Zinssenkungen. Trump hat den Fed-Chef wiederholt als "Zu spät Powell" bezeichnet und argumentiert, dass die Zentralbank trotz der ersten Zinssenkung in diesem Monat zu langsam bei der Lockerung der Geldpolitik sei. Powells aktuelle Amtszeit als Vorsitzender läuft bis Mai 2026.
Ein Konflikt um die Autorität der Fed
Während Trumps Post Schlagzeilen machte, ist die rechtliche Realität komplizierter. Kein US-Präsident hat jemals versucht, einen amtierenden Fed-Chef zu entlassen, und eine jüngste Entscheidung des Obersten Gerichtshofs deutete darauf hin, dass der Präsident nicht die Befugnis hat, Federal-Reserve-Beamte nach Belieben zu entlassen. Powell selbst hat wiederholt gesagt, dass seine Entlassung "gesetzlich nicht zulässig" sei.
Das Weiße Haus reagierte nicht sofort auf Anfragen zu dem Post.
Frühere Spannungen zwischen Trump und Powell
Trumps Kritik an Powell ist nicht neu. Seine Regierung hatte die Fed zuvor wegen kostspieliger Renovierungen ihres Hauptsitzes in Washington kritisiert, was Spekulationen darüber auslöste, dass Trump versuchen könnte, Powell "aus wichtigem Grund" zu entlassen. Während diese Angriffe in den letzten Monaten nachgelassen haben, hat Trump weiterhin argumentiert, dass Powell die Wirtschaft schädige, indem er die Zinsen zu hoch halte.
Marktreaktion bisher verhalten
Bisher haben die Finanzmärkte kaum auf Trumps Drohungen gegen Powell oder seinen versuchten Entlassungsversuch von Cook reagiert. Viele Ökonomen warnen jedoch, dass eine tatsächliche Entlassung Powells vor Ablauf seiner Amtszeit schwerwiegende Folgen haben könnte.
Analysten sagen, dass ein solcher Schritt die langfristigen Zinssätze in die Höhe treiben könnte, da Anleger davon ausgehen könnten, dass die Fed beginnt, im Einklang mit Trumps politischer Agenda zu handeln, anstatt ihrem Doppelmandat des Kongresses zu folgen: stabile Inflation und maximale Beschäftigung zu gewährleisten.
Das größere Bild
Trumps Karikatur-Post mag symbolisch gewesen sein, aber er verdeutlicht den ungewöhnlichen Druck, den das Weiße Haus auf die Zentralbank ausübt. Während Präsidenten in der Vergangenheit oft Fed-Chefs kritisiert haben, bleibt die Vorstellung, einen direkt zu entlassen, beispiellos.
Derzeit bleibt Powell im Amt, die Märkte bleiben ruhig und die Fed setzt ihren eigenen Kurs fort. Doch der Vorfall unterstreicht, wie politische Rhetorik rund um die Fed die Anlegerstimmung beeinflussen kann – selbst wenn die rechtlichen Schutzmaßnahmen für die Unabhängigkeit der Zentralbank weiterhin fest verankert sind.