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Market Trends

Regierungsstillstand verzögert Daten, doch Fed bleibt auf Zinssenkungskurs

Morgan Stanley sagt, der US-Regierungsstillstand werde die Fed nicht von Zinssenkungen abhalten. Mit Powell zuversichtlich und Arbeitsmarktrisiken bestehend, wird für diesen Monat eine weitere Senkung um 25 Basispunkte erwartet.

Marcus Thorne
Marcus Thorne
Chief Market Strategist
Regierungsstillstand verzögert Daten, doch Fed bleibt auf Zinssenkungskurs

Der US-Regierungsstillstand hat die Veröffentlichung wichtiger Wirtschaftsdaten – wie Arbeitsmarktberichte und Inflationszahlen – ins Stocken gebracht, doch laut Morgan Stanley wird dies die Federal Reserve nicht davon abhalten, die Zinsen in diesem Monat erneut zu senken.

Stillstand hin oder her – die Fed macht weiter

In einer Mitteilung an Kunden argumentierten die Ökonomen von Morgan Stanley, die Fed habe bereits genügend Beweise gesehen, um eine weitere Senkung um 25 Basispunkte bei der bevorstehenden Sitzung zu rechtfertigen. „Wenn die Abwärtsrisiken für die Beschäftigung im September signifikant genug waren, um eine Neujustierung der geldpolitischen Haltung der Fed auszulösen, und dies unverändert bleibt, bleibt die akkommodierende Tendenz bestehen“, schrieben sie. Übersetzung: Die Fed tendiert zu einer lockeren Geldpolitik, und der Stillstand ändert daran nichts.

Die Bank erwartet eine weitere Senkung im Dezember, wobei der Federal Funds Rate voraussichtlich bis Mitte 2026 in den Bereich von 2,75 % bis 3,0 % fallen wird.

Powell und Waller bleiben zuversichtlich

Trotz des Datenausfalls fliegen die Fed-Offiziellen nicht völlig blind. Vorsitzender Jerome Powell sagte letzte Woche: „Die Aussichten für Beschäftigung und Inflation haben sich seit unserer Sitzung im September vor vier Wochen nicht wesentlich verändert.“ Gouverneur Christopher Waller hat ähnliche Zuversicht geäußert und angedeutet, dass die interne Einschätzung der Fed zur Wirtschaft sich nicht wesentlich verschoben hat.

Die Analysten von Morgan Stanley fügten hinzu, dass Schwächen am Arbeitsmarkt weiterhin eines der zentralen Abwärtsrisiken bleiben und damit den Fall für weitere Lockerungen untermauern.

Warum die Fed die fehlenden Daten nicht beunruhigen

Normalerweise stützt sich die Fed stark auf monatliche Datenveröffentlichungen, um ihre geldpolitische Haltung fein abzustimmen. Doch diesmal, so argumentiert Morgan Stanley, hat die Zentralbank bereits genügend Sommerbeweise, um zu dem Schluss zu kommen, dass die Politik „zu restriktiv“ ist. Mit anderen Worten: Die Fed benötigt keine neuen Tabellenkalkulationen, um zu erkennen, dass die Wirtschaft etwas mehr Spielraum gebrauchen könnte.

Deshalb wird erwartet, dass der Stillstand, obwohl er für Ökonomen und Händler unpraktisch ist, die Pläne der Fed nicht durchkreuzen wird.

Auswirkungen auf die Märkte

Für Anleger ist die Schlussfolgerung klar: Die Fed bleibt auf Zinssenkungskurs, selbst wenn Washington nicht in der Lage ist, seine Angelegenheiten zu regeln. Das könnte bedeuten:

  • Geringere Kreditkosten für Unternehmen und Verbraucher zum Jahresende hin.
  • Ein potenzieller Schub für Aktien, insbesondere für zinssensitive Sektoren wie Immobilien und Technologie.
  • Anhaltender Druck auf den US-Dollar, der bereits ins Wanken geraten ist, da die Märkte weitere Lockerungen einpreisen.

Natürlich besteht das Risiko, dass die Fed ohne frische Daten teilweise nur im Rückspiegel steuert. Sollte die Inflation wieder aufflammen oder der Arbeitsmarkt positiv überraschen, könnte die Zentralbank diese Zinssenkungen im Nachhinein infrage stellen.

Das Fazit

Der Regierungsstillstand mag den üblichen Fluss der Wirtschaftsstatistiken zum Schweigen gebracht haben, aber nicht die Fed. Morgan Stanley setzt auf eine weitere Zinssenkung in diesem Monat, gefolgt von weiteren Lockerungen im Dezember. Für die Wall Street bedeutet das, dass der Fokus nicht auf den fehlenden Daten liegt – sondern darauf, wie weit Powell und seine Kollegen bereit sind zu gehen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten.

Haftungsausschluss: Daten und Insights von 13radar.com dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.

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