Berkshire Hathaway (BRK.A, BRK.B) überraschte die Märkte in seiner jüngsten regulatorischen Einreichung (Warren Buffetts Aktienportfolio), indem es eine neue Position in Alphabet (GOOGL-US), der Muttergesellschaft von Google, offenlegte. Die Beteiligung im Wert von 4,3 Milliarden US-Dollar macht Alphabet zu Berkshire Hathaways zehnthöchstem Aktienbestand per September. Dies signalisiert eine bemerkenswerte Verschiebung in der Portfoliostruktur, während sich Warren Buffett darauf vorbereitet, seine Rolle als CEO zum Jahresende abzugeben.
Alphabet zieht in Berkshires Portfolio ein

Der Schritt ist bemerkenswert, angesichts Buffetts Ruf als Value-Investor und seiner historisch zurückhaltenden Haltung gegenüber wachstumsstarken Technologieaktien. Die Alphabet-Aktie ist in diesem Jahr um 46 % gestiegen, angetrieben durch die starke Nachfrage nach KI-Anwendungen und die robuste Performance im Cloud-Geschäft.
Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Kauf höchstwahrscheinlich von Berkshires Investmentmanagern Todd Combs oder Ted Weschler initiiert wurde, die in den letzten Jahren die Technologieinvestitionen des Unternehmens vorangetrieben haben. Das Duo leitete bereits Berkshires Einstieg bei Amazon (AMZN-US) im Jahr 2019, eine Position, die heute 2,2 Milliarden US-Dollar wert ist.
Der Alphabet-Kauf spiegelt auch Buffetts frühere Überlegungen wider. Er hat eingeräumt, frühe Chancen bei Google verpasst zu haben, obwohl er die Profitabilität des Werbemodells erkannte – Geico, eine Berkshire-Tochtergesellschaft, war einer der frühen Kunden von Google und zahlte 10 US-Dollar pro Klick für Werbeanzeigen.
Apple-Beteiligung reduziert
Während Berkshire Alphabet hinzufügte, setzte es die Verringerung seiner größten Beteiligung, Apple (AAPL-US), fort. Das Unternehmen reduzierte seinen Bestand im dritten Quartal um 15 %, wodurch der Wert seiner Anteile auf 60,7 Milliarden US-Dollar sank. Buffett hat Apple in diesem Jahr deutlich reduziert und bis Jahresende nach weiteren Verkäufen im zweiten Quartal fast zwei Drittel der Position abgestoßen.
Trotz der Reduzierungen bleibt Apple die größte Einzelposition in Berkshires Aktienportfolio, was ihre Bedeutung für das Portfolio unterstreicht, selbst während Buffett seine Exposure neu gewichtet.
Weitere Anpassungen
Berkshire verringerte auch seine Beteiligung an der Bank of America (BAC-US) um 6 % und senkte die Position auf knapp unter 30 Milliarden US-Dollar. Kleinere Beteiligungen an Verisign (VRSN-US) und DaVita (DVA-US) wurden ebenfalls reduziert.
Die Einreichung verdeutlicht einen breiteren Trend: Berkshire war zwölf Quartale in Folge ein Nettoverkäufer von Aktien, was die hohen Bewertungen von Technologie- und Wachstumsaktien widerspiegelt.
Buffetts Übergang und Abels Rolle
Im Alter von 95 Jahren wird Buffett voraussichtlich Ende 2025 als CEO zurücktreten und die Zügel an Greg Abel übergeben, der derzeit als Vizepräsident Berkshires Nicht-Versicherungsgeschäfte leitet. Abel wird allgemein als verlässliche Hand gesehen, die Berkshires konservative Kultur bewahren wird, obwohl Anleger hinterfragen, ob er Buffetts Charisma und Erfolgsbilanz bei der Kapitalallokation wiederholen kann.
Die Nachfolge verleiht Berkshires jüngsten Portfoliobewegungen zusätzliches Gewicht, da Anleger nach Hinweisen suchen, wie sich die neue Investitionsstrategie des Unternehmens entwickeln könnte.
Ausblick
Berkshires jüngste Einreichung unterstreicht eine strategische Neuausrichtung: Die Reduzierung überdimensionierter Positionen bei Apple und Finanzwerten bei gleichzeitig selektiver Erhöhung der Exposure gegenüber Technologieführern wie Alphabet. Die Anpassungen spiegeln sowohl Bewertungsdisziplin als auch die Anerkennung von wachstumsstarken KI-Chancen wider.
Für Anleger ist die Botschaft klar: Berkshire bleibt vorsichtig, ignoriert aber die Technologiewelle nicht. Während sich Buffett auf seinen Rückzug vorbereitet, könnten die Portfolioverschiebungen des Unternehmens einen Vorgeschmack darauf geben, wie Abel und sein Team in den kommenden Jahren Tradition und Anpassung in Einklang bringen werden.