Der Milliardärs-Investor Peter Thiel hat eine dramatische Portfolioumschichtung vorgenommen und seinen gesamten Anteil an Nvidia (NVDA-US) veräußert sowie seine Beteiligung an Tesla (TSLA-US) deutlich reduziert, wie aus aktuellen Meldepflichtveröffentlichungen hervorgeht (Peter Thiels jüngste Transaktionen). Dieser Schritt erfolgt vor dem Hintergrund wachsender Bedenken hinsichtlich einer durch Künstliche Intelligenz befeuerten Blase bei Technologiebewertungen, was Warnungen entspricht, die Thiel selbst in den letzten Monaten geäußert hat.
Nvidia-Anteil vollständig veräußert
Thiels Thiel Macro Fonds verkaufte zwischen Juli und September 537.742 Nvidia-Aktien im Wert von fast 100 Millionen US-Dollar basierend auf durchschnittlichen Handelspreisen. Bis zum 30. September hielt der Fonds keine Nvidia-Aktien mehr.
Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Nvidia gilt als Vorzeigeunternehmen des KI-Booms, dessen Chips alles von Rechenzentren bis zu generativen KI-Plattformen antreiben. Doch die Bewertungen sind in die Höhe geschossen, was Befürchtungen einer Überhitzung schürt. Thiel hatte den Anstieg von Technologieaktien zuvor mit der Dotcom-Blase 1999–2000 verglichen und gewarnt, dass überdehnte Bewertungen zu scharfen Korrekturen führen könnten.
Tesla-Beteiligung reduziert, Apple und Microsoft hinzugefügt
Parallel zum Nvidia-Ausstieg reduzierte Thiel seine Tesla-Beteiligung von 272.613 auf nur noch 65.000 Aktien. Gleichzeitig baute er Positionen in Apple (AAPL-US) und Microsoft (MSFT-US) auf, indem er 79.181 Apple-Aktien und 49.000 Microsoft-Aktien erwarb.
Die Anpassungen deuten auf eine Hinwendung zu etablierteren Technologieunternehmen mit diversifizierten Einnahmequellen hin, während Thiel gleichzeitig seine Exposition gegenüber hochvolatilen Wachstumsaktien verringert.
Thiel stieg zudem vollständig aus seiner Beteiligung an Vistra Energy (VST-US) aus und verkaufte 208.747 Aktien.
Breitere Anlegerbedenken
Thiels Schritt folgt ähnlichen Maßnahmen anderer prominenter Investoren. Die SoftBank Group Corp. gab kürzlich bekannt, ihren gesamten Nvidia-Anteil veräußert zu haben, während Michael Burry, berühmt für seine Vorhersage der Finanzkrise 2008, umfangreiche Short-Positionen in Nvidia und Palantir Technologies (PLTR-US) offenlegte.
Diese Verkaufswelle unterstreicht die wachsende Besorgnis über die Nachhaltigkeit KI-getriebener Bewertungen. Investoren fragen sich, wie Unternehmen wie OpenAI Ausgabenverpflichtungen von über 1 Billion US-Dollar erfüllen sollen und wie sich diese Nachfrage auf Zulieferer wie Nvidia auswirken wird.
Blasenängste und Investitionsausgaben
Nvidias Verbindungen zu OpenAI haben Bedenken hinsichtlich zirkulärer Finanzierung geweckt, während die Quartalsberichte von Mega-Tech-Unternehmen steigende Investitionsausgaben für KI-Infrastruktur zeigen. Analysten warnen, dass die KI-Nachfrage zwar real sei, das Ausgabentempo jedoch möglicherweise nicht nachhaltig ist, was Korrekturrisiken erhöht.
Thiels Ausstieg verdeutlicht die Spannung zwischen dem Optimismus hinsichtlich des transformativen Potenzials von KI und der Skepsis, ob die aktuellen Bewertungen haltbar sind.
Das Fazit
Peter Thiels Entscheidung, Nvidia abzustoßen und Tesla zu reduzieren, spiegelt breitere Blasenängste bei KI-Aktien wider. Obwohl er Kapital in Apple und Microsoft umgeschichtet hat, signalisiert der Schritt Vorsicht angesichts der außer Kontrolle geratenen Bewertungen in diesem Sektor.
Für Anleger ist die Botschaft klar: Selbst die prominentesten Tech-Bullen hedgen ihre Wetten, was darauf hindeutet, dass der KI-Boom möglicherweise in eine volatilere Phase eintritt.