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Market Trends

Goldman Sachs nennt drei Faktoren hinter plötzlichem KI-Aktiencrash

Goldman-Sachs-Technologiestratege Peter Bartlett warnt vor einem plötzlichen KI-Aktiencrash und verweist auf wachsende Skepsis gegenüber OpenAIs Ausgaben, schlechtes Risiko-Ertrags-Verhältnis bei Quartalszahlen und US-Entlassungen auf 20-Jahres-Hoch.

Julian Bennett
Julian Bennett
Director of Financial Planning
Goldman Sachs nennt drei Faktoren hinter plötzlichem KI-Aktiencrash

Nach monatelangen nahezu ununterbrochenen Gewinnen geraten KI-bezogene Aktien ins Straucheln. Laut einer aktuellen Analyse von Goldman-Sachs-TMT-Strategen Peter Bartlett zeigt der Markt Anzeichen von Unruhe, mit steigender Volatilität und Händlern, die sich auf einen weiteren 2-prozentigen Rückgang innerhalb von nur drei Handelstagen einstellen. Bartlett nennt drei Schlüsselfaktoren, die seiner Meinung nach den sogenannten "plötzlichen KI-Crash" antreiben.

1. Wachsende KI-Skepsis und Diskussionen über Rettungspakete

Die Gespräche unter Investoren werden zunehmend skeptisch gegenüber der Nachhaltigkeit des KI-Hypes. Bartlett hebt Bedenken hinsichtlich der zyklischen Natur der Cloud-Ausgaben, eines wahrgenommenen "Peaks" bei KI-bezogenen Nachrichten und Zweifel an langfristigen Renditen hervor.

Zwei aktuelle Kommentare von OpenAI-Führungskräften verstärkten diese Sorgen:

  • CEO Sam Altman verteidigte die Fähigkeit des Unternehmens, 1,4 Billionen US-Dollar auszugeben, obwohl es nur 13 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert.

  • CFO Sarah Friar brachte die Idee einer möglichen Unterstützung durch die Bundesregierung für die KI-Finanzierung ins Spiel.

Die Märkte betrachteten die Diskussion über Rettungspakete in dieser Phase des KI-Zyklus als ungewöhnlich. Der ehemalige KI-Beauftragte der Trump-Regierung, David Sacks, widersprach umgehend und wies darauf hin, dass es mehrere US-KI-Führer gibt und Bundesrettungen unwahrscheinlich sind.

2. Bilanzasymmetrie und Risiko-Ertrags-Verhältnis

Der zweite Faktor ist das, was Goldman Sachs als Bilanzasymmetrie bezeichnet. Jüngste Quartalsberichte lieferten uneinheitliche Ergebnisse, wobei Long-Positionen trotz starken Umsatzwachstums Schwierigkeiten hatten, Gewinne zu erzielen.

Diese Diskrepanz führte zu starken Rückgängen bei mehreren Technologietiteln und wirft Fragen zum Risiko-Ertrags-Verhältnis für Investoren zum Jahresende auf. Bartlett argumentiert, dass der rasante Anstieg der Bewertungen in bestimmten Sektoren die Abwärtsbewegung verstärkt hat, wenn die Quartalszahlen nicht überzeugen.

3. Sorgen um den US-Arbeitsmarkt

Schließlich verweist Bartlett auf zunehmende Unruhe rund um den US-Arbeitsmarkt. Challenger, Gray & Christmas meldete 153.000 Entlassungen im Oktober, dreimal so viele wie vor einem Jahr und der höchste Oktoberwert seit 2003.

Treiber sind:

  • KI-Einführung, die den Personalbedarf umgestaltet.

  • Schwache Konsum- und Unternehmensausgaben, die die Margen unter Druck setzen.

  • Steigende Kosten, die Unternehmen zu Einsparungen zwingen.

Bartlett warnt, dass sich der Fokus der Investoren möglicherweise auf das Risiko übermäßiger Arbeitsplatzverluste verlagert, was die Möglichkeit eines Wendepunkts in der Stimmung erhöht.

Marktausblick

Derzeit sieht der Verkaufsdruck eher nach einer technischen Korrektur aus als nach einer grundlegenden Trendwende. Doch die Kombination aus Skepsis gegenüber KI-Ausgaben, uneinheitlichen Quartalszahlen und Arbeitsmarktbelastungen hat ein fragiles Umfeld geschaffen.

Wie Bartlett abschließend feststellt, bleibt die Reaktion des Marktes auf mögliche KI-bedingte Arbeitsplatzverluste eine offene Frage. Bei steigender Volatilität beobachten Händler genau, ob dieser Rücksetzer eine vorübergehende Pause ist – oder der Beginn einer tieferen Neuausrichtung im KI-Handel.

Haftungsausschluss: Daten und Insights von 13radar.com dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.

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