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Market Trends

Gold mit größtem Tagesverlust seit einem Jahrzehnt – Korrektur oder Ende der Rally?

Gold-Futures stürzten um 5,7% – der stärkste Tagesrückgang seit 2013. Analysten sagen, die Korrektur war überfällig, argumentieren aber, dass die langfristige Gold-Rally intakt bleibt, gestützt durch solide Fundamentaldaten.

Marcus Thorne
Marcus Thorne
Chief Market Strategist
Gold mit größtem Tagesverlust seit einem Jahrzehnt – Korrektur oder Ende der Rally?

Gold hat gerade scharf gebremst. Am Dienstag (21.) schlossen Gold-Futures für Dezember-Lieferung auf COMEX bei 4.109,10 US-Dollar pro Unze, ein Rückgang von 5,7% und damit der stärkste prozentuale Tagesverlust seit Juni 2013. Nachdem nur einen Tag zuvor Rekordhöchststände erreicht wurden, fragen sich Anleger angesichts des plötzlichen Absturzes: Ist das nur eine kurze Pause oder der Beginn einer längeren Talfahrt?

Ein plötzlicher Ruck nach einer ruhigen Fahrt

"Gold ist auf einer geraden Straße in ein unerwartetes Schlagloch gefahren", scherzte Adam Koos von Libertas Wealth Management und verglich den Verkauf mit einem Fahrer, der kurz bremst, um nach den Passagieren zu sehen. Mit anderen Worten: Die Rally lief auf Autopilot, aber Märkte können nicht ewig automatisch weiterlaufen.

Der Verkauf folgte auf wochenlange unaufhörliche Gewinne – trotz des Dienstags-Rücksetzers ist Gold seit Jahresbeginn immer noch um fast 56% gestiegen. Das ist ein beträchtlicher Puffer, bedeutet aber auch, dass viele Händler auf Gewinnen saßen – und einige beschlossen, jetzt auszusteigen.

Warum es zum Rücksetzer kam

Analysten führen eine Mischung aus Faktoren an:

  • Nachlassende Handelskonflikte zwischen den USA und China, die die Nachfrage nach sicheren Häfen verringerten.

  • Eine Erholung des US-Dollars, wodurch Gold relativ teurer wurde.

  • Gewinnmitnahmen nach einer Rekordrally.

Fawad Razaqzada von StoneX nannte es "einen bedeutenden Verkaufstag für Edelmetalle, der angesichts des vorherigen Höhenflugs unvermeidlich war". Er fügte hinzu, die eigentliche Überraschung sei gewesen, wie lange es gedauert habe, bis eine solche Korrektur eintrat.

Noch Luft nach oben?

Trotz der Dramatik argumentieren viele Analysten, dass der langfristige Gold-Bullenmarkt intakt bleibt. Razaqzada merkte an, dass Korrekturen natürlich seien und sogar die Bühne für neue Käufer bereiten könnten. "Es ist zu früh, um das Ende des langfristigen Aufwärtstrends auszurufen", sagte er.

Juan Carlos Artigas vom World Gold Council teilte diese Einschätzung und wies darauf hin, dass Gold im Vergleich zu globalen Aktien nicht teuer sei. Er hob anhaltende wirtschaftliche Unsicherheit, steigende Geldmenge und sinkende Zinsen als starke Fundamentaldaten hervor, die das Edelmetall stützen.

Der Rat betonte außerdem, dass Gold im Vergleich zu historischen Maßstäben, insbesondere im Vergleich zu den 1980er Jahren, immer noch unterbewertet und untergewichtet sei.

Skepsis deutet darauf hin, dass die Rally noch nicht vorbei ist

Koos von Libertas fügte hinzu, dass echte Höchststände normalerweise dann erreicht werden, wenn jeder vollständig an die Rally glaubt. Derzeit herrsche jedoch noch Skepsis. "Dieser Rückgang sieht eher wie eine Raststation aus als wie das Ende der Reise", sagte er und deutete an, dass der Markt sich nach einer überdehnten Rally einfach neu kalibriert.

Das Fazit

Der stärkste Tagesrückgang von Gold seit über einem Jahrzehnt mag Nerven blank gelegt haben, bedeutet aber nicht zwangsläufig das Ende der Rally. Da die Fundamentaldaten weiterhin unterstützend sind und viele Anleger darauf warten, "den Dip zu kaufen", könnte diese Korrektur weniger ein Wendepunkt als vielmehr eine Verschnaufpause sein.

Derzeit ist der Trend noch auf der Seite von Gold – zumindest solange, bis es nicht mehr so ist.

Haftungsausschluss: Daten und Insights von 13radar.com dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.

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