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Market Trends

Blase oder Bullenmarkt? Wie lange kann der Rallye an der Wall Street noch laufen?

Der S&P 500 ist seit 2022 um fast 90 % gestiegen, was Spekulationen über eine Blase auslöst. Doch angesichts von Zinssenkungen der Fed, KI-getriebenem Wachstum und soliden Kreditkonditionen deutet die Geschichte darauf hin, dass der US-Bullenmarkt noch Jahre andauern könnte.

Marcus Thorne
Marcus Thorne
Chief Market Strategist
Blase oder Bullenmarkt? Wie lange kann der Rallye an der Wall Street noch laufen?

Der US-Aktienmarkt hat eine beeindruckende Rallye hingelegt, wobei der S&P 500 seit Beginn seiner Erholung Ende 2022 um fast 90 % gestiegen ist. Ob man es nun eine Blase nennt oder einfach einen klassischen Bullenmarkt – der Aufschwung wurde durch eine kraftvolle Mischung befeuert: KI-Optimismus, Zinssenkungen der US-Notenbank (Fed), stetiges Wirtschaftswachstum und steigende Gewinne in mehreren Sektoren.

Doch hier stellt sich die entscheidende Frage: Wie lange kann dieses Fest noch andauern?

Die Raketenfahrt – und die Sorgen

Märkte haben die Angewohnheit, Mauern der Sorge zu erklimmen, und aktuell gibt es reichlich Steine in dieser Mauer. Die Bedenken reichen von der Frage, ob die KI-Ausgaben nachhaltig sind, über die Aussichten für Unternehmensinvestitionen und Beschäftigungswachstum bis hin zur Gesundheit des Kreditmarktes.

Trotzdem sind sich die meisten Analysten einig, dass diese Risiken den Aufschwung kurzfristig wahrscheinlich nicht aus der Bahn werfen werden. Wie ein Strategist es ausdrückte: "Selbst wenn dies eine Blase ist, können Blasen jahrelang weiter steigen, bevor sie platzen." Übersetzung: Bargeld zu horten ist möglicherweise nicht die klügste Strategie.

Panik am Private-Credit-Markt? Noch nicht

Der Private-Credit-Markt, der mittlerweile über 1 Billion US-Dollar umfasst, war ein heißes Thema. Dieser Sektor vergibt Kredite an Unternehmen, die nicht einfach Banken anzapfen können, oft mit geringerer Transparenz. Jüngste Zahlungsausfälle haben Anleger verunsichert, doch Moody's und andere stellen fest, dass die direkte Exposition der US-Banken begrenzt ist.

Derzeit wirkt das System stabil. Die Kreditkonditionen für Verbraucher und Unternehmen bleiben solide, die Arbeitslosigkeit liegt bei 4,3 %, die Löhne steigen weiter, und Banken wie Wells Fargo meldeten im dritten Quartal sogar geringere Rückstellungen für faul gewordene Kredite.

Die Fed als Rettungsanker

Ein weiteres Sicherheitsnetz: die US-Notenbank (Fed). Von der Zentralbank wird allgemein erwartet, dass sie auf ihrer Sitzung am 28. und 29. Oktober die Zinsen senken wird, was dazu beitragen sollte, die wirtschaftliche Dynamik am Leben zu erhalten. Niedrigere Kreditkosten könnten die Spielräume sowohl für Verbraucher als auch für Unternehmen verlängern.

KI-Ausgaben: Übertriebene Ängste?

Skeptiker befürchten, dass Hyperscaler wie Alphabet (GOOGL) und Meta (META) zu viel in Rechenzentren investieren und dass jeder Rückzug Chip-Hersteller und KI-Nutzer treffen könnte. Doch FactSet-Daten zeigen, dass die Investitionsausgaben (Capex) bis 2026 voraussichtlich zweistellig wachsen werden. Diese Unternehmen verfügen zudem über langfristige Verträge, starke Cashflows und gesunde Bilanzen – nicht gerade Anzeichen für leichtsinnige Spieler.

"Ich mache mir keine Sorgen", sagte David Stubbs, Chef-Investmentstratege bei Alphacore. "Diese Verträge bestehen mit sehr großen, profitablen, hochwertigen Unternehmen."

Die Geschichte lehrt: Bullenmärkte können Jahre laufen

Rückblickend dauern Bullenmärkte oft viel länger, als Skeptiker erwarten. Die Rallyes von 1982–1987, 1987–2000, 2002–2007 und 2009–2020 erstreckten sich jeweils über Jahre. Der Dotcom-Boom dauerte beispielsweise 13 Jahre, bevor die Blase im Jahr 2000 platzte.

Im Vergleich dazu befindet sich der heutige Bullenmarkt erst in seinem dritten Jahr. Historisch gesehen hat der S&P 500 während langer Bullenläufe kumulierte Gewinne von über 100 % erzielt.

"Dieser Bullenmarkt befindet sich noch in einem frühen Stadium und wird voraussichtlich noch mindestens einige Jahre andauern", sagte Raz Pounardjian vom Carnegie Investment Council und riet Anlegern, im Markt zu bleiben, anstatt das Risiko einzugehen, etwas zu verpassen.

Das Fazit

Ja, die Bewertungen sind hoch. Ja, es gibt Risiken. Doch die Geschichte, die Fundamentaldaten und die Fed-Politik deuten alle darauf hin, dass der US-Aktienmarkt-Bullenlauf noch Potenzial hat. Ob man es nun eine Blase oder einen Boom nennt, die Botschaft ist dieselbe: Verlassen Sie die Tanzfläche nicht zu früh – diese Musik könnte noch eine Weile spielen.

Haftungsausschluss: Daten und Insights von 13radar.com dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.

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