Der künstliche Intelligenz-Sektor erlebte diese Woche deutliche Umschichtungen nach Berichten, dass Meta Platforms (META-US) ab 2027 erwägt, maßgeschneiderte TPU-Chips von Alphabet (GOOGL-US) zu leasen und möglicherweise zu kaufen. Diese Nachricht trieb die Aktien von Alphabet und Broadcom (AVGO-US) nach oben, während sie Nvidia (NVDA-US) und AMD (AMD-US) unter Druck setzte.
Alphabet gewinnt an Schwung
Die Stärke der Alphabet-Aktie spiegelt das wachsende Vertrauen in seine KI-Strategie wider, insbesondere nach der Veröffentlichung seines Gemini-3-Modells, das für seine generativen KI-Fähigkeiten gelobt wurde. Analysten sagen, dass Googles Cloud- und Hardware-Ökosystem zunehmend als Wettbewerbsvorteile angesehen werden.
Jordan Klein, Technologiestratege bei Mizuho Securities, stellte fest, dass Fondsmanager Googles TPU-Plattform als "Spitzenreiter" im KI-Rennen behandeln. "Die letzten Wochen haben einen 'Gewinner-nimmt-alles'-Handel auf den KI- und TMT-Märkten gesehen", schrieb Klein und fügte hinzu, dass die Rally bei Google und seinen Zulieferern "an Schwung gewinnt".
Gewinner-nimmt-alles-Erzählung
Das Marktverhalten deutet darauf hin, dass Anleger stark auf Alphabet setzen, während Konkurrenten wie Amazon, Microsoft, OpenAI und Nvidia mit Skepsis betrachtet werden. Klein warnte jedoch, dass es "zu kurzsichtig" sei, anzunehmen, dass die KI-Führung bis Ende 2025 entschieden sein werde. Er betonte, dass das Rennen ein Marathon sei, wobei die Rangfolge sich wahrscheinlich verschieben werde, da Unternehmen Milliarden in Infrastruktur für Rechenleistung, Speicher, Netzwerke und Energie investieren.
Bank of America verteidigt Nvidia und AMD
Nicht alle Analysten stimmen der Umschichtung zu. Vivek Arya von der Bank of America bekräftigte Kaufempfehlungen für Nvidia und AMD und argumentierte, dass beide weiterhin entscheidende Akteure in der KI-Hardware bleiben.
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Nvidia: Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 25 und Erwartungen von über 40 % Wachstum sagte Arya, das Unternehmen werde wie ein "normales" Unternehmen bewertet, trotz seiner dominierenden Rolle bei GPUs.
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AMD: Mit einem erwarteten KGV von etwa 33 für 2026 profitiert AMD weiterhin von mehreren Wachstumstreibern, darunter CPUs, GPUs, eingebettete Produkte und Gaming.
Arya hob auch Broadcoms KI-bezogene Umsätze hervor, die voraussichtlich 2026 um über 100 % wachsen werden, obwohl Googles erweiterte TPU-Lizenzierung einige ASIC-Chancen einschränken könnte.
Marktdivergenz
Die Umschichtung unterstreicht divergierende Ansichten über die Zukunft der KI. Der Anstieg von Alphabet deutet darauf hin, dass Anleger Unternehmen mit diversifizierten KI-Strategien und eigener Hardware belohnen. Unterdessen stehen Nvidia und AMD trotz starker Fundamentaldaten und Wachstumsaussichten weiterhin unter Beobachtung.
Für Fondsmanager ist das Dilemma klar: Momentum-Trades in Alphabet und sein Ökosystem folgen oder bei etablierten GPU-Führern bleiben, deren Bewertungen jetzt möglicherweise vernünftiger erscheinen.
Das Fazit
Das KI-Duell ist noch lange nicht entschieden. Der Aufstieg von Alphabet unterstreicht das erneute Vertrauen in seine TPU-Plattform und sein Cloud-Geschäft, doch Analysten warnen, dass die Führungsposition sich weiter verschieben wird, da Infrastrukturinvestitionen das Wettbewerbsumfeld verändern. Nvidia und AMD bleiben trotz kurzfristigem Druck wesentliche Akteure in der Hardware-Basis der KI.