MicroStrategy (MSTR-US), geführt vom bekannten Bitcoin-Befürworter Michael Saylor, hat sein Engagement für das digitale Asset-Treasury-Modell in der vergangenen Woche verstärkt, selbst als die Kryptomärkte schwankten. Das Unternehmen gab in einer Einreichung bei der U.S. Securities and Exchange Commission (SEC) bekannt, dass es in der Woche bis zum 16. November Bitcoin im Wert von 835,6 Millionen US-Dollar zu einem Durchschnittspreis von 102.171 US-Dollar pro Coin gekauft hat.
Dies stellt den größten Bitcoin-Kauf von MicroStrategy seit Juli dar und erhöht seine Gesamtbestände auf 649.870 BTC, die mit etwa 61,7 Milliarden US-Dollar bewertet werden. Bisher hat das Unternehmen 48,37 Milliarden US-Dollar für seine Reserven ausgegeben, mit einer durchschnittlichen Kostenbasis von 74.433 US-Dollar pro Bitcoin.
Finanziert durch Vorzugsaktienemission
MicroStrategy finanzierte den Großteil des Kaufs durch eine euro-denominierte Vorzugsaktienemission, bei der 10 % seiner Series-A-perpetual-dividend-Vorzugsaktien ausgegeben wurden. Das Geschäft erbrachte 703,9 Millionen US-Dollar an Nettoerlösen, mehr als das Doppelte des ursprünglichen Ziels von 350 Millionen Euro.
Bitcoin-Einbruch und mNAV-Bedenken
Ironischerweise fiel der Kauf mit einem starken Bitcoin-Preisrückgang auf 90.000 US-Dollar zusammen, was einem Rückgang von mehr als 30 % gegenüber den Höchstständen im Oktober entspricht. Der Rückgang hat den Druck auf den wichtigen Bewertungsindikator von MicroStrategy erhöht, den mNAV (Marktkapitalisierung im Verhältnis zu den Bitcoin-Beständen).
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Investoren betrachten einen mNAV von 2 oder höher typischerweise als Zeichen von Stabilität.
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Der mNAV von MicroStrategy ist von 2,5 auf 1,2 und zuletzt auf 0,937 gesunken.
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Stand 18. November lag die Marktkapitalisierung von MicroStrategy bei 56 bis 56,7 Milliarden US-Dollar, während seine Bitcoin-Bestände 59,9 bis 61,7 Milliarden US-Dollar wert waren.
Andere Krypto-Treasury-Unternehmen haben ebenfalls mNAV-Werte unter 1 verzeichnet, darunter Metaplanet (0,912) und Bitmine (0,83).
Debatte über das Geschäftsmodell
Der Einbruch hat die Debatte über das Modell von MicroStrategy neu entfacht. Peter Schiff, ein langjähriger Krypto-Kritiker, bezeichnete den Ansatz als "betrügerisch" und warnte davor, dass fallende Bitcoin-Preise das Unternehmen daran hindern könnten, Dividenden zu zahlen oder Schulden zu bedienen, was zu einer "Todesspirale" führen könnte.
Im Gegensatz dazu wies Jeff Dorman, CIO bei Arca, Liquidationsängste als "dumm und ungenau" zurück. Er wies darauf hin, dass MicroStrategy keine Verpflichtung hat, seine Bitcoin zu verkaufen, und verwies auf positive Cashflows aus seiner Kern-Business-Analytics-Software und relativ niedrige Zinsaufwendungen.
Saylor selbst versuchte, die Nerven zu beruhigen, und sagte: "Wir haben diese Woche jeden Tag Bitcoin gekauft."
Verschiebung der institutionellen Nachfrage
Dorman fügte hinzu, dass die institutionelle Nachfrage zunehmend von Spot-Bitcoin-ETFs getrieben wird, nicht von Unternehmens-Treasury-Käufen. Diese Verschiebung könnte den Einfluss von MicroStrategy auf die Marktstimmung im Vergleich zu früheren Jahren begrenzen.
Seit der ersten Ankündigung seiner Bitcoin-Strategie im August 2020 ist der Aktienkurs von MicroStrategy um mehr als 1.500 % gestiegen. Doch mit dem schwindenden mNAV-Aufschlag testet die Volatilität die Nachhaltigkeit seines Modells.
Fazit
Der mutige November-Kauf von MicroStrategy unterstreicht Saylers Überzeugung, doch das Unternehmen steht nun unter verstärkter Beobachtung, da sein mNAV unter 1 fällt. Angesichts volatiler Bitcoin-Preise und Kritikern, die vor strukturellen Risiken warnen, tritt das digitale Asset-Treasury-Modell des Unternehmens in eine kritische Testphase ein.