Lululemon (LULU-US) hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Die Aktie ist 2025 um 46,4 % eingebrochen, was fast 25 Milliarden Dollar an Börsenwert vernichtete. Nun steht das Unternehmen vor einem Führungswechsel, da CEO Calvin McDonald nach mehr als sieben Jahren an der Spitze zurücktreten wird.
Führungswechsel inmitten von Marktzweifeln
Lululemon gab bekannt, dass McDonald zum 31. Januar 2026 zurücktritt und bis März als Senior Advisor bleibt. Der Aufsichtsrat lobte seine Amtszeit – der Jahresumsatz verdreifachte sich unter seiner Führung, die globale Expansion erreichte über 30 Märkte und China wurde zum zweitgrößten Markt. Doch angesichts der Stagnation in Nordamerika sucht der Aufsichtsrat nun einen neuen CEO, um einen Wandel einzuleiten.
Gründer Chip Wilson hat sich offen kritisch geäußert und der Geschäftsführung vorgeworfen, den "Stilsinn" der Marke verloren und sich zu sehr auf Finanzkennzahlen konzentriert zu haben. McDonald entgegnete, dass er bereits Anpassungen vorgenommen habe, darunter kürzere Produktzyklen und neue Produkteinführungen, um die US-Verkäufe wiederzubeleben.
Nordamerika schwächelt, China stark
Die Q3-Ergebnisse 2025 des Unternehmens unterstreichen die Kluft. Der Nettoumsatz stieg um 7 % im Jahresvergleich auf 2,6 Milliarden Dollar, doch Nordamerika fiel um 2 %, während die internationalen Märkte um 33 % zulegten. Die Umsätze in bestehenden Filialen sanken in Nordamerika um 5 %, stiegen im Ausland jedoch um 18 %.
China stach hervor: Der Umsatz stieg um 46 % im Jahresvergleich, bei einem Plus von 25 % in bestehenden Filialen. Lululemon erwartet, dass das Wachstum in China für das Gesamtjahr die Prognose von 20–25 % übersteigen wird, was die Region als Rettungsanker inmitten der nordamerikanischen Schwäche bestätigt.
Lagerdruck und Margenbelastung
Die Rentabilität steht unter Druck. Der Bruttogewinn stieg um 2 % auf 1,4 Milliarden Dollar, doch die Margen fielen um 290 Basispunkte auf 55,6 %. Der Betriebsgewinn sank um 11 % auf 440 Millionen Dollar, bei einer Marge von nur noch 17 %.
Die Lagerbestände schwollen auf 2 Milliarden Dollar an, ein Plus von 11 % im Jahresvergleich, was zu starken Rabattaktionen zwang. Analysten verzeichneten im November über 1.200 reduzierte Artikel in der Lululemon-App, ein deutlicher Kontrast zu früheren Jahren, als die meisten Produkte zum Vollpreis verkauft wurden. CFO Meghan Frank versprach eine strengere Lagerkontrolle und einen höheren Vollpreisanteil, um die Margen zu schützen.
Wettbewerbsumfeld
In Nordamerika sieht sich Lululemon zunehmender Konkurrenz durch Alo Yoga und Vuori ausgesetzt, während Zölle und politische Änderungen voraussichtlich 210 Millionen Dollar vom Umsatz 2025 abschneiden werden. Analyst Matt Jacob von M Science wies auf anhaltende Probleme mit den Kernprodukten für Damenhosen hin, einst die Flaggschiff-Kategorie der Marke.
Ausblick
Lululemon plant die Eröffnung von 15 neuen Filialen in Nordamerika 2025, darunter neun in Mexiko, sowie sechs international – die meisten in China. Das Unternehmen hofft, dass neue Stile bis Frühjahr 2026 35 % des Sortiments ausmachen werden.
Für Anleger ist die Lage klar: Lululemons Wachstumsmotor hat sich ins Ausland verlagert. Ob ein neuer CEO Nordamerika wiederbeleben und gleichzeitig den Schwung in China aufrechterhalten kann, wird darüber entscheiden, ob die Marke ihren früheren Börsenwert zurückgewinnen kann.