Wenn Warren Buffett eine Entscheidung trifft, hört die Wall Street zu. Und im Jahr 2025 setzt das Orakel von Omaha – zusammen mit seinem designierten Nachfolger Greg Abel – verstärkt auf das, was er am besten kennt: die alltägliche Konsumnachfrage. Vergessen Sie den KI-Hype; Berkshire Hathaway (BRK.A, BRK.B) investiert mehr als 1 Milliarde US-Dollar in Immobilien, Energie und Getränke.
Großes Engagement im Immobiliensektor
Die jüngsten Einreichungen von Berkshire zeigen einen Anstieg der Beteiligung an Lennar Homes (LEN) um 265 %, wobei das Unternehmen nun etwa 7 Millionen Aktien im Wert von rund 886 Millionen US-Dollar hält. Das ist ein deutliches Bekenntnis zum US-Immobilienmarkt, der zwar angeschlagen, aber nicht gebrochen ist.
Die Aktie von Lennar fiel im letzten Jahr um 28 %, aber Buffett sieht offensichtlich Chancen in den Trümmern. Da die U.S. Chamber of Commerce einen Wohnungsmangel von 4,7 Millionen Einheiten schätzt und die Fed die Zinsen endlich senkt, sieht die Ausgangslage nach klassischem Buffett aus: kaufen, wenn andere nervös sind, und halten, bis die Fundamentaldaten aufholen.
Chevron: Energie bleibt wichtig
Buffett erhöhte auch Berkshires Beteiligung an Chevron (CVX) und kaufte im zweiten Quartal 3,45 Millionen Aktien hinzu. Trotz geopolitischer Turbulenzen und Lieferkettenprobleme sind die Preise für Benzin und Heizöl in den USA im vergangenen Jahr relativ stabil geblieben. Diese Stabilität hat den Konsum still und leise gestützt – die Bank of America stellte sogar fest, dass die Ausgaben für Kraftstoff ein Drittel des Konsumwachstums im letzten Monat ausmachten.
Buffetts Schritt signalisiert Zuversicht, dass die Energienachfrage nicht verschwinden wird, egal wie laut die Erzählung vom grünen Wandel wird.
Constellation Brands: Wetten auf Getränke
Und dann ist da noch Constellation Brands (STZ) – das Unternehmen hinter Corona, Modelo und einer wachsenden Palette von alkoholarmen und alkoholfreien Getränken. Berkshire hat seine Beteiligung fast verdoppelt und hält nun 12 Millionen Aktien im Wert von etwa 2,2 Milliarden US-Dollar.
Zugegeben, der Alkoholmarkt hat seine Höhen und Tiefen, aber Buffetts Spiel ist hier einfach: Die Menschen trinken in guten wie in schlechten Zeiten. Und da Constellation in „gesündere“ Getränkeoptionen expandiert, sichert sich das Unternehmen gegen sich ändernde Konsumgewohnheiten ab.
Rückzug von Banken
Interessanterweise hat Berkshire seine Exposition gegenüber Finanzinstituten wie Citigroup (C) reduziert. Das ist eine bemerkenswerte Wende, angesichts Buffetts langer Geschichte mit Banken. Aber in einem Umfeld mit hohen Zinsen und hohem Risiko scheint er sein Kapital lieber in Unternehmen zu parken, die direkt mit der Konsumnachfrage verbunden sind, als in Kreditgeber, die mit der Kreditqualität kämpfen.
Das große Ganze
Buffetts Strategie für 2025 erinnert daran, dass Berkshire, während Wall Street und Silicon Valley von KI-Aktien besessen sind, bei seinem Kerngeschäft bleibt: Immobilien, Energie und Konsumgüter des täglichen Bedarfs. Das sind keine spektakulären Wetten, aber es sind die Art von langfristigen Investitionen, die Berkshires Portfolio über Jahrzehnte von Marktzyklen hinweg widerstandsfähig gehalten haben.
Wie immer ist Buffetts Botschaft klar: Im Zweifel investieren Sie in das, worauf die Menschen nicht verzichten können – ein Dach über dem Kopf, Treibstoff und vielleicht ein kaltes Bier am Ende des Tages.