Der Handel mit künstlicher Intelligenz (KI) entwickelt sich weiter, und BlackRock stellt fest, dass Anleger zunehmend selektiver vorgehen. Anstatt bei breit gestreuten Big-Tech-Investments zu bleiben, fließt Geld nun in KI-spezifische börsengehandelte Fonds (ETFs) und Blockchain-bezogene Anlagen. Dies spiegelt einen schärferen Fokus auf disruptive Technologien wider.
Von Big Tech zu KI-spezifischen ETFs
Laut Jay Jacobs, dem US-Chef für Aktien-ETFs bei BlackRock, war eine der größten Anlagestrategien in diesem Jahr die Rotation von Anlegern aus traditionellen Technologiesektor-Fonds hin zu KI-fokussierten ETFs. In einem Interview mit CNBCs ETF Edge nannte Jacobs den iShares A.I. Innovation and Tech Active ETF (BAI) als Paradebeispiel.
Der Fonds bietet Exposure über das gesamte KI-Ökosystem hinweg, von Halbleiterherstellern bis hin zu Unternehmen, die große Sprachmodelle entwickeln. Stand dieser Woche waren Nvidia (NVDA), Broadcom (AVGO), Meta Platforms (META) und Microsoft (MSFT) als Top-Positionen gelistet.
Daten von FactSet zeigen, dass Aktien aus den Bereichen elektronische Technologie und Technologiedienstleistungen mehr als 85 % des Portfolios von BAI ausmachen. Obwohl der ETF am Freitag zusammen mit dem Nasdaq um etwa 5 % fiel, verzeichnet er seit seinem Start im Oktober 2024 immer noch einen Anstieg von 36 %.
„Die Anleger möchten an diesem potenziell sehr disruptiven Thema partizipieren“, sagte Jacobs und wies darauf hin, dass Investoren zunehmend nach granularem Exposure für KI suchen, anstatt nach breit gestreuten Technologiekörben.
Blockchain- und Ethereum-ETFs gewinnen an Zugkraft
Jacobs hob auch die wachsende Begeisterung für Blockchain-bezogene Aktien hervor, insbesondere für solche, die mit Ethereum verbunden sind. BlackRocks iShares Ethereum Trust ETF (ETHA), der den Kassapreis von Ether abbildet, ist in den letzten 12 Wochen um fast 42 % gestiegen.
„Ethereum ist im Grunde eine Wette auf die Blockchain-Technologie und andere Anwendungsmöglichkeiten, etwa durch Stablecoins und Tokenisierung“, erklärte Jacobs. Er argumentierte, dass die Blockchain ein weiteres disruptives Thema darstellt, das Anlegerkapital anzieht.
Amplifys BLOK und das breitere Blockchain-Investment
Nicht nur BlackRock setzt auf Blockchain. Christian Magoon, CEO von Amplify ETFs, verwies auf den Amplify Transformational Data Sharing ETF (BLOK) seines Unternehmens als weiteres Vehikel für Anleger, die Blockchain-Exposure suchen. BLOK wird aktiv verwaltet und investiert in Unternehmen, die direkt an der Entwicklung oder Bereitstellung von Blockchain-Infrastruktur beteiligt sind.
„Es gibt eine Vielzahl von Anwendungsfällen für die Blockchain, sei es Stablecoins für Zahlungen oder die Tokenisierung von Vermögenswerten wie Immobilien oder Aktien“, sagte Magoon. Er fügte hinzu, dass neue Regulierungen dem Sektor Rückenwind geben könnten.
Im Juli unterzeichnete Präsident Donald Trump das GENIUS-Gesetz zur Stablecoin-Regulierung, ein Schritt, von dem Magoon glaubt, dass er das Anlegervertrauen in digitale Vermögenswerte stärken könnte. „Wir sind ein Pionier in diesem Bereich, und wir glauben, dass das Aufwärtspotenzial weiterhin bestehen bleibt, insbesondere angesichts der aktuellen Regierung und einiger regulatorischer Maßnahmen, die wir sowohl von Börsen als auch von großen Kapitalmarktteilnehmern sehen“, sagte er.
Obwohl BLOK am Freitag um mehr als 5 % fiel, verzeichnet er im letzten Jahr immer noch einen Anstieg von fast 89 %, was die Stärke der Anlegernachfrage unterstreicht.
Das große Ganze: Gezielte Themen statt breites Exposure
Die Verlagerung hin zu KI- und Blockchain-ETFs spiegelt einen breiteren Trend an den Märkten wider: Anleger bewegen sich weg von breiten Sektorwetten und hin zu gezielten Themen. Für viele liegt der Reiz darin, das Aufwärtspotenzial von Technologien einzufangen, die Branchen von Grund auf verändern könnten – von Halbleitern und Cloud Computing bis hin zu Fintech und tokenisierten Vermögenswerten.
Gleichzeitig zeigt die Volatilität dieser Fonds – sowohl BAI als auch BLOK fielen am Freitag deutlich –, dass thematisches Investieren mit Risiken verbunden ist. Konzentriertes Exposure kann sowohl Gewinne als auch Verluste verstärken, insbesondere wenn es an schnelllebige Sektoren wie KI und Krypto geknüpft ist.
Dennoch bleibt die langfristige Wachstumsgeschichte intakt. Nvidias Dominanz bei GPUs, die Integration von KI in Unternehmenssoftware durch Microsoft und die Rolle von Ethereum bei Blockchain-Innovationen deuten allesamt auf strukturelle Verschiebungen hin, die Anleger gerne einfangen möchten.
Fazit
Die neuesten Erkenntnisse von BlackRock legen nahe, dass KI und Blockchain keine Nischeninvestments mehr sind – sie entwickeln sich zu Mainstream-Themen für institutionelle und private Anleger gleichermaßen. Da ETFs wie BAI, ETHA und BLOK Kapital anziehen, signalisiert der Markt, dass Anleger mehr wollen als nur breites Technologie-Exposure. Sie möchten direkt auf die Technologien setzen, von denen sie glauben, dass sie das nächste Jahrzehnt prägen werden.
Derzeit ist die Botschaft klar: KI und Blockchain sind die Bereiche, in die das Geld fließt, auch wenn die Fahrt mit Volatilität verbunden ist.