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Berkshire Hathaway ohne Buffett – Prämie schwindet, Bewertung normalisiert sich

Die "Buffett-Prämie" von Berkshire Hathaway schwindet, da die Aktien hinter dem S&P 500 zurückbleiben. Mit Buffetts Rücktritt 2026 normalisiert sich die Bewertung trotz starker Versicherungsgewinne und 300 Mrd. USD Cash-Reserven. Analysten sehen Stabilität, aber weniger Wachstumshöhepunkte.

Abigail Vance
Abigail Vance
Senior Equity Analyst & Strategist
Berkshire Hathaway ohne Buffett – Prämie schwindet, Bewertung normalisiert sich

Jahrzehntelang trug Berkshire Hathaway (BRK.A, BRK.B) eine "Buffett-Prämie", eine Bewertungsaufschlag, der mit dem Vertrauen der Anleger in das Urteilsvermögen von Warren Buffett (Warren Buffetts Portfolio) verbunden war. Doch da Buffett sich darauf vorbereitet, 2026 als CEO zurückzutreten, scheint diese Prämie zu schwinden. Laut Barron's wird erwartet, dass die Berkshire-Aktien bis 2025 um etwa 11 % steigen und damit hinter der 16 %-Steigerung des S&P 500 zurückbleiben. Diese Unterperformance ist kein Einzelfall – sie spiegelt einen Trend wider, der sich seit mehreren Jahren fortsetzt.

Bewertungstrends

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von Berkshire ist auf 1,65 gesunken, nachdem es in der Vergangenheit über 1,8 lag. Das Forward-KGV liegt bei etwa 24, niedriger als die vorherigen 26. Obwohl diese Zahlen über den langfristigen Medianwerten bleiben, deuten sie darauf hin, dass Anleger vorsichtiger bewerten. Die schwindende Prämie spiegelt sowohl Buffetts bevorstehenden Abgang als auch die begrenzte Exposition des Unternehmens in Hochwachstumssektoren wie KI und Cloud Computing wider.

Starke Fundamentaldaten, aber wenige Höhepunkte

Trotz der abkühlenden Bewertung bleibt das Versicherungsgeschäft von Berkshire ein Kernmotor, wobei das Betriebsergebnis im Q4 2024 14,5 Mrd. USD erreichte, ein Plus von 71 % im Jahresvergleich. Die Cash-Reserven sind auf über 300 Mrd. USD angeschwollen und unterstreichen die finanzielle Stärke. Doch Buffett hat in den letzten Jahren von größeren Übernahmen oder Aktienkäufen abgesehen, was auf Schwierigkeiten hindeutet, "gute Unternehmen zu angemessenen Preisen" zu finden.

Gleichzeitig sehen sich Berkshires Eisenbahngeschäft (BNSF) und Energiesparten Gewinnbelastungen durch verlangsamtes Frachtwachstum, steigende Kosten und neue Energiepolitiken ausgesetzt. Diese Geschäfte behalten langfristig ihren Wert, bieten aber kurzfristig kaum Impulse.

Portfolio und Rückkauf-Signale

Apple (AAPL-US) bleibt die größte Position Berkshires, doch Buffett reduzierte die Position 2024, was Fragen zur künftigen Vermögensallokation aufwirft. Die reduzierten Aktienrückkäufe des Unternehmens seit Mitte 2024 senden ebenfalls ein Signal: Buffett betrachtet die Berkshire-Aktie nicht mehr als "günstig". Für Anleger ist das ein deutlicher Indikator für die Normalisierung der Bewertung.

Führungswechsel

Buffett wird 2026 als CEO zurücktreten, und Vizepräsident Greg Abel soll ihn beerben. Von Abel wird erwartet, die Kultur Berkshires zu bewahren, doch Analysten bezweifeln, dass er Buffetts Charisma oder Erfolgsbilanz bei der Kapitalallokation wiederholen kann. Der Wechsel erhöht die Unsicherheit und lässt die Prämie, die Anleger einst an Berkshire-Aktien knüpften, weiter schwinden.

Ausblick

Berkshire bleibt stabil, konservativ und transparent, mit einer der stärksten Bilanzstrukturen in der US-Wirtschaft. Analysten argumentieren, dass sein Wert in Phasen der Marktvolatilität wieder glänzen könnte, wenn defensive Strategien wieder an Attraktivität gewinnen. Doch im heutigen KI-getriebenen Bullenmarkt hat Berkshires vorsichtige Herangehensweise dazu geführt, dass es hinter Mitbewerbern zurückbleibt.

Wie Barron's feststellt, tritt Berkshire in eine neutrale Ära ein: zuverlässig und widerstandsfähig, aber nicht mehr mit der Erwartung, durchgängig besser abzuschneiden. Die "Buffett-Prämie" schwindet und die Bewertung normalisiert sich – der Beginn eines Übergangskapitels für eines der ikonischsten Unternehmen Amerikas.

Haftungsausschluss: Daten und Insights von 13radar.com dienen nur zu Informationszwecken und stellen keine Finanz-, Anlage- oder Handelsberatung dar. Führen Sie immer Ihre eigene Recherche durch.

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