Palantir Technologies (PLTR-US) legte am Dienstag (5. November) bessere als erwartete Ergebnisse für das dritte Quartal vor, dennoch fiel die Aktie im After-Hours-Handel um 8 %. Der Rückgang erfolgte vor dem Hintergrund zunehmender Skepsis gegenüber KI-Bewertungen und eines öffentlich ausgetragenen Streits zwischen Palantir-CEO Alex Karp und dem bekannten Leerverkäufer Michael Burry.
Karp gegen Burry: Ein Schlagabtausch
In einer Fernsehsendung griff Karp Burry direkt an, dessen Hedgefonds Scion Asset Management in seiner jüngsten 13F-Einreichung große Put-Optionspositionen sowohl gegen Palantir als auch gegen Nvidia (NVDA-US) offengelegt hatte.
Karp nahm kein Blatt vor den Mund:
- Er bezeichnete Burrys Entscheidung, Palantir und Nvidia zu shorten, als "schlichtweg wahnsinnig", mit der Begründung, dass eine Wette gegen diese Unternehmen effektiv eine "Wette gegen KI" sei.
- Er deutete an, dass Leerverkäufe in diesem Zusammenhang an "Marktmanipulation" grenzten, und fügte hinzu, dass Palantir seine "beste Performance aller Zeiten" geliefert habe.
- Karp ging noch weiter und sagte, er werde "feiern, wenn [Burry] falsch liegt", und stellte die Short-Wette angesichts der Profitabilität und Wachstumsperspektiven von Palantir als fehlgeleitet dar.
Burry, der vor allem für seine Vorhersage des Immobilienzusammenbruchs 2008 bekannt ist – ein Trade, der in The Big Short verewigt wurde –, hat kürzlich vor einer weiteren möglichen Marktblase gewarnt. Die Einreichungen seines Fonds zeigen Put-Optionen auf Palantir mit einem Nominalwert von 912 Mio. $ und 187 Mio. $ auf Nvidia, obwohl die Dokumente keine Ausübungspreise oder Verfallsdaten offenlegen.
Reaktion des Aktienmarkts
Trotz der Meldung besser als erwarteter Q3-Ergebnisse und eines optimistischen Ausblicks fielen die Palantir-Aktien deutlich. Das Unternehmen ist seit Jahresbeginn immer noch um mehr als 150 % gestiegen, doch sein Forward-KGV von 228 hat viele Anleger vorsichtig werden lassen.
Nvidia, ein weiterer KI-Leitindex, verlor am Dienstag ebenfalls 4 % und markierte damit seinen fünften Verlusttag in Folge. Die Rückgänge verdeutlichen die wachsende Nervosität der Anleger, ob die KI-Bewertungen aufrechterhalten werden können, selbst wenn die Fundamentaldaten stark bleiben.
Palantirs Gewinnübersicht
- Umsatz: Übertraf die Erwartungen, gestützt durch Regierungsaufträge und wachsende kommerzielle Nutzung.
- Profitabilität: Fortgesetzte Verbesserung, was Karps Behauptung einer "extremen Profitabilität" untermauert.
- Ausblick: Das Management gab einen optimistischen Ton an und verwies auf die KI-getriebene Nachfrage nach seinen Plattformen.
Dennoch deutet die Marktreaktion darauf hin, dass Bewertungsbedenken die Fundamentaldaten überwogen, zumindest kurzfristig.
Burrys umfassendere Warnung
Nach einer zweijährigen Pause von öffentlichen Kommentaren meldete sich Burry kürzlich mit einer Warnung vor spekulativen Exzessen zurück. Auf X (ehemals Twitter) postete er ein Standbild aus dem Film The Short Seller, das den Schauspieler zeigt, der ihn darstellt, wie er ausdruckslos auf einen Computerbildschirm starrt – ein kaum verhohlener Hinweis auf seine Skepsis gegenüber dem aktuellen KI-getriebenen Rallye.
Fazit
Der Konflikt zwischen Alex Karp und Michael Burry unterstreicht die Spaltung im heutigen Markt: Bullen sehen KI als eine Wachstumsmaschine, wie sie nur einmal in einer Generation auftritt, während Skeptiker vor überzogenen Bewertungen und blasenartigem Verhalten warnen.
Derzeit bleiben Palantirs Fundamentaldaten stark, doch da die Aktie für Perfektion bewertet ist, reichte selbst eine Gewinnüberraschung nicht aus, um einen Verkauf zu verhindern. Ob sich Burrys bärische Wetten als weitsichtig erweisen – oder ob Karp Grund zum Feiern hat – wird eine der am genauesten beobachteten Geschichten an der Wall Street bis 2026 sein.