Der am meisten erwartete Börsengang an der Wall Street könnte endlich in Sicht sein. Laut einem Reuters-Bericht bereitet SpaceX einen Börsengang (IPO) bereits für Juni 2026 vor. Marktanalysten bezeichnen ihn bereits als den „verrücktesten Börsengang in der US-Geschichte“ mit einer potenziellen Bewertung von 2 Billionen Dollar – eine Summe, die SpaceX sofort unter die fünf wertvollsten Unternehmen Amerikas katapultieren würde.
Eine historische Bewertung
Quellen zufolge will SpaceX mehr als 25 Milliarden Dollar einsammeln. Der Futurum-Equities-Strategist Shay Boloor nannte den Börsengang „verrückt“ und merkte an, dass bei einem Start mit 1,5 Billionen Dollar der Markt die Bewertung schnell auf 2 Billionen Dollar hochtreiben könnte. Damit würde SpaceX Alphabet und Amazon überholen und die Hierarchie der US-Tech-Giganten neu schreiben.
Im Gegensatz zu traditionellen Luft- und Raumfahrtunternehmen, die oft als Geldverbrenner gelten, verbindet SpaceX kühne Ambitionen mit soliden Fundamentaldaten. Sein Raketenstartgeschäft hat einen nahezu monopolistischen Graben aufgebaut, während die Satellitenkommunikationseinnahmen von Starlink einen stetigen Cashflow liefern. Portfoliomanager Dan Hanson von Neuberger Berman bezeichnete SpaceX als „zweischneidiges Einhorn“ und hob sowohl die Mars-Kolonisationsvision als auch die robuste Finanzbasis hervor.
Musks „Chaos-Prämie“
Für viele Anleger ist die größte Variable auch der größte Vermögenswert: Elon Musk. Seine Kontroversen – von Konflikten mit Aufsichtsbehörden bis hin zu Forderungen nach üppigen Vergütungspaketen – würden normalerweise als Governance-Risiken gelten. Doch bei Musk haben sie sich in das verwandelt, was Analysten eine „Glaubensprämie“ nennen.
Christopher Marangi von GAMCO Investors argumentierte, dass die Wall Street gelernt habe, Musks Unberechenbarkeit zu akzeptieren. „Risiko und Drama sind Standard für einen innovativen CEO wie ihn“, sagte er und merkte an, dass Anleger seinen eigenwilligen Stil begrüßen, solange die Renditen die Risiken überwiegen.
Von den „Magnificent Seven“ zu den „Acht Königen“
Wenn SpaceX an die Börse geht, glauben Analysten, dass die Marktnarrative sich verschieben wird. James St Aubin von Ocean Park Asset Management sagt voraus, dass aus den „Magnificent Seven“ die „Acht Könige“ werden, wobei SpaceX in die Reihen von Apple, Microsoft und Nvidia aufsteigt. Jenseits von Raketen und Satelliten hat Musk angedeutet, die IPO-Erlöse für futuristische Projekte wie weltraumgestützte Rechenzentren zu nutzen, die durch die Kälte des Orbits die Energiekosten für KI-Berechnungen senken sollen.
Experten mahnen zur Vorsicht
Nicht alle lassen sich vom Hype mitreißen. Der Börsengangsexperte Jay Ritter von der University of Florida warnt Privatanleger, ihre Erwartungen zu zügeln. Da die Bewertung von SpaceX bereits astronomisch sei, könnte das Aufwärtspotenzial begrenzt sein. Selbst wenn das Unternehmen 2 Billionen Dollar erreicht, schätzt Ritter Gewinne von 100 % bis 200 % gegenüber den aktuellen Pre-IPO-Preisen – weit unter den „Ten-Bagger“-Renditen, nach denen manche Anleger gieren.
Fazit: Ein marktprägendes Ereignis
Ob als Ticket zum Mars oder als finanzieller Gigant betrachtet – der Börsengang von SpaceX wird 2026 ein prägendes Ereignis für die globalen Märkte sein. Für Musk stellt er das letzte Puzzleteil in seinem interplanetaren Plan dar. Für die Wall Street könnte er der nächste große Wachstumsmotor nach dem KI-Boom sein – ein Börsengang, der Science-Fiction-Ambitionen mit realem Cashflow verbindet.